Juraj Herz, CSSR 1969, 95 Min., OmdU
Nach der Novelle von Ladislav Fuks.
Prag, Ende der 1930er: Karl Kopferkingl führt ein perfektes Leben. Alles darin ist sauber und hat seinen Platz. Er liebt die Arbeit so innig wie seine Familie, kümmert sich um seine Frau und die beiden Kinder genauso rührend wie um die Toten, die er täglich einäschert. Dank seiner buddhistischen Überzeugung, dass die Verbrennung das irdische Leid verkürzt, geht er seiner Arbeit auch mit Begeisterung nach. Die Rechnung dabei ist simpel: während ein Leichnam im Sarg jahrelang verrottet, dauert eine Einäscherung nur 90 Minuten - sozusagen das Expressticket ins Himmelreich. Bislang leistete er zufrieden im kleinen Rahmen seinen Beitrag. Doch als ihm ein alter Freund von einer Partei erzählt, die gerade in Deutschland große Erfolge feiert, stellt sich für ihn plötzlich die Frage, ob er wirklich schon genug Erlösungsarbeit leistet...
Der Film wurde kurz nach seiner Premiere 1969 vom kommunistischen Regime verboten und im sogenannten „Trezor“ weggeschlossen. Einige Beteiligte (wie die Schauspielerin Vlasta Chramostová) erhielten Berufsverbote. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde das Werk ab August 1990 wieder offiziell gezeigt.
„Ein völlig alleinstehendes Werk in der Filmgeschichte… Ein Meisterwerk in ruhigen Bildern, expressionistischem Schwarzweiß und orchestralen Tönen, aber auch wildesten Bildkompositionen, fließenden, scheinbar schnittfreien Szeneriewechseln, subjektiven Weitwinkelkameraperspektiven und bedächtig gesprochenen Ungeheuerlichkeiten, an deren Ende alle zum Opfer werden, der Krematoriusmvorarbeiter aber zum Reiniger der Welt.“ Taz