24.04.2024 | 19:00 Uhr

GLOBAL SHOPPING VILLAGE Endstation Kaufrausch - UPDATE!

GLOBAL SHOPPING VILLAGE - Endstation Kaufrausch

Ulli Gladik, AT 2015, 80 Min.

Der Film, vor einem Jahrzehnt gedreht, geht dem Unwesen von Shopping Centers auf den Grund, die ab den 1990er-Jahren immer öfter auch vor den Toren kleiner österreichischer Orte errichtet wurden. Umgeben von riesigen, versiegelten Flächen für parkende Autos sind Fachmarktzentren – im eigentlichen Sinne – aus dem bislang unbebauten Boden gestampft worden. Ulli Gladik zeigt in ihrer Dokumentation nach jahrelanger Recherche auf wie Investorenwünsche von weit her bedient werden, auf billigen österreichischen Äckern Marktketten sich ausbreiten und den lokalen Ortszentren dadurch den Lebensnerv ziehen. Der Einzelhandel bricht ein und das Sozialleben dazu, denn die Ortskerne werden sinnentleert.

Das Update!

Wie hat sich das Phänomen der Gewinnmaximierung von Immobilienentwicklern seither entwickelt? Haben die Ortszentren dagegenhalten können, gab es gar eine Rückentwicklung? Wie hat der Online-Handel der Grundstücksspekulation zugesetzt und konnten Shopping Center überleben…? Diesen Fragen und neuesten Entwicklungen im In- und Ausland in den letzten zehn Jahren wie leerstehende Einkaufshallen und der Niedergang der Signa Gruppe werden in einer anschließenden Diskussion aus städtebaulicher, politischer und sozialpolitischer Sicht erörtert.

Es diskutieren mit dem Publikum: DANIEL BRÜLL (Berater der Stadt- und Dorferneuerung NÖ) - SILVIA HARTLEB (Betriebswirtin und Kulturmanagerin, Protagonistin im Film) - FRIEDRICH HAUER (Stadtmorphologe und Umwelthistoriker)

Moderation und Gestaltung: JUDITH EIBLMAYR

DANIEL BRÜLL, Absolvent der BOKU in Wien, Studium der Landschaftsplanung und für technischen Umweltschutz. Seit 2007 arbeitet er bei der NÖ Dorf- und Stadterneuerung in der Regionalentwicklung. Eines der Hauptbetätigungsfelder ist die Begleitung niederösterreichischer Kommunen in partizipativen, nachhaltigen Entwicklungsprozessen wie Ortskernbelebung, Citymanagement, Örtliche Entwicklungskonzepte und Planungsprozesse zur Ortsbildgestaltung. Die Einbindung möglichst vieler Stakeholder und von Bürgerinnen und Bürgern als „ExpertInnen vor Ort“ in diesen Prozess ist hierbei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

JUDITH EIBLMAYR, Absolventin der TU Wien, Architekturstudium. Seit 1991 Architektin, Architekturkritikerin und -publizistin. Nebst Bauprojekten zahlreiche Artikel zu Architektur, Städtebau, Kulturgeschichte und Design. Publikationen und Vorträge zu städtebaulich spannenden Orten wie Strasshof an der Nordbahn, 2013, oder Bad Gastein, 2021. 2015-16 Gastprofessur an der University of Minnesota, USA, zum Thema Comparative Urban Planning in Central Europe and in the US. Die Historie US-amerikanischer Bodenpolitik steigerte ihr Interesse am spekulationsgetriebenen Immobilienmarkt, z.B. bei Einkaufszentren.

SILVIA HARTLEB, Absolventin der Karl-Franzens-Universität in Graz, Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Selbständige Unternehmerin im Kultur- und Veranstaltungsmanagement in der Obersteiermark und gleichzeitig im Familienbetrieb tätig. Seit 2000 besteht bei ihr großes Interesse für Regional- und Stadtentwicklung und die Vorteile funktionierender regionaler Wirtschaftskreisläufe als nachhaltige Entwicklungsstrategie in ländlichen Regionen. Ab 2006 folgt das Engagement als Raumordnungsaktivistin in der Steiermark gegen überdimensionierte Einkaufszentrumsprojekte in der Region. Sie lebt in Zeltweg.

FRIEDRICH HAUER, Absolvent der TU Wien, Architekturstudium, und der Universität Wien, Studium der Geschichte. Mitarbeit in Architektur- und Stadtplanungsbüros in Wien, Quito, Ecuador und Valencia, Spanien. Forschungsarbeiten in Österreich, Deutschland und Italien zu architekturhistorischen Themen, zu Stadtmorphologie und Umweltgeschichte. Seit 2009 zahlreiche Lehraufträge an TU Wien, Universität Wien, IFF der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt, 2019 promovierte er an der TU Wien zum Thema Stadtstruktur und Gewässerlandschaft. Seit 2021 Forschung zur informellen Stadtentwicklung in Wien im 20. Jahrhundert.

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