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04.10.2026 | 19:00 Uhr

SCHUBERT SCHÖNBERG TRALALA, ein Abend mit Marino Formenti

Foto SCHUBERT SCHÖNBERG TRALALA,  ein Abend mit Marino Formenti

Der in Wien lebende italienische Pianist Marino Formenti ist insbesondere durch Projekte bekannt geworden, in denen er das Konzertformat - und seine Prämissen - radikal in Frage stellt; und damit auch die Beziehungen, die es voraussetzt und hervorbringt.

So spielt Marino etwa ganztägige Performances nur für eine einzige Person; oder lebt und spielt wochenlang, still und isoliert, im selben Performanceraum. Und rief gerade wieder - gemeinsam mit Mitgründer Hans-Jürgen Hauptmann - Künstler:innen und Publikum zu der vier Tage und Nächte dauernden "collective durational" zusammen, die im August 2026 am Zukunftshof Wien stattfand, und sich WE ARE FOUNDING A CITY nannte.

Die beiden heute gezeigten Filme – SCHUBERT UND ICH (2014) und SCHÖNBERG PFEIFEN (2025) – stellen zwei unterschiedliche Versuche dar, Musik mit Menschen zu machen, die keine professionellen Musiker sind. Weniger klassische Dokumentarfilme als filmisch gewordene Zeugnisse einer Recherche nach einer möglichst unmittelbaren, lebendigen und nicht produktorientierten Erfahrung von Musik – eine Recherche, die in beiden Filmen über die "Arbeit mit Laien" führt.

In SCHUBERT UND ICH (2014) setzt sich Marino gemeinsam mit fünf im Vorfeld ausgewählten Wiener:innen mit Liedern von Franz Schubert auseinander. Ein Jahr lang begleitet er seine Protagonist:innen mit der Kamera bei ihrer ersten persönlichen Begegnung mit Schuberts Musik. Aus den Begegnungen zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Schuberts Musik entstehen überraschende, vielfältige, oft ergreifende Momente. Proben mischen sich mit Gesprächen über Leben und Musik; die Interpretationen entstehen gemeinsam und auf Augenhöhe, manchmal selbst im Streit. Der gemeinsam mit dem Schweizer Regisseur Bruno Moll realisierte Film wurde für den Österreichischen Filmpreis 2014 nominiert.

Zehn Jahre später, im Schönberg-Jubiläumsjahr 2024, anlässlich des 150. Geburtstags Arnold Schönbergs, geht Marino erneut auf die Straße – diesmal mit Kamera, Klavier und ganz viel Schnaps. Gemeinsam mit dem Filmemacher Thomas Marschall begegnet er Menschen an verschiedenen Orten im Wiener Stadtraum. Die Spielregel: Schönbergs berühmten Wunsch zu überprüfen, dass "eines Tages die Menschen seine Melodien auf der Straße pfeifen werden". Daraus entsteht SCHÖNBERG PFEIFEN (2025): eine "Performance über Kommunikation und Musikalität" und ein mitunter ziemlich lustiger, zugleich "berührender wie kurzweiliger" Film (Der Standard). Schönberg wird dabei immer wieder zur Ausrede, um über Kommunikation, Musikalität und die Stellung von Musik in der Gesellschaft nachzudenken.

Dazwischen: das Live-Konzert mit Marino Formenti am Klavier (mit Schubert und Schönberg) – und mit den hochsensiblen Songs und Coverversionen von David Hebenstreit alias Sir Tralala: abgründig, ironisch, zerbrechlich, verletzlich; also wenn man will, auch echte Wiener Luft.

19:00 Film: Schubert und Ich

21:00 Konzert: Marino Formenti und Sir Tralala

22:30 Film: Schönberg Pfeifen

Eintritt: 30 EUR / nonstopKINOABO Aufpreis 10 EUR