Lukas Marxt versteht Landschaften als skulpturale Objekte oder Projektionsflächen, denen er mit seinen Filmen eine zusätzliche Dimension verleiht. In seinen Arbeiten widmet er sich vorwiegend Orten, die vom Menschen geformt und funktionalisiert wurden – Salzseen, Wüsten, Industrieareale –, und entlarvt sie als stille Archive ökologischer und politischer Eingriffe. Mit ruhigen, oft fast hypnotischen Bildern erzeugten Marxts Filme eine Spannung zwischen atemberaubender Schönheit und latenter Bedrohung.
Die eindrücklichen Filme und Installationen des in Köln lebenden Grazers sind regelmäßig bei internationalen Ausstellungen und Filmfestivals vertreten und pämiert worden (u.a. Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin | ZKM, Karlsruhe | Liverpool Biennial of Contemporary Art | Locarno Film Festival | International Film Festival Rotterdam | Internationale Filmfestspiele Berlin)
PROGRAMM 2 | 20:15
Sehr gepflegt und gut gelegen (mit Jakub Vrba, AT/DE 2021, 9 min)
Eine Villa mit Garten, dazu Vogelzwitschern. In einer neunminütigen Einstellung richtet sich der Blick auf die filmische Inszenierung und veranschaulicht auf satirische Weise das Dilemma bürgerlicher Existenz.
**Reign of Silence **(AT/DE 2013, 7 min)
Zeichnen auf Wasser – temporärer Eingriff in eine scheinbar unberührte Landschaft und gleichzeitig Reflexion über die Bedingungen filmischer Abbildung. Land Art als Film.
Imperial-Valley Trilogie: Dreiteilige Untersuchung soziokultureller und ökologischer Spuren in der Landschaft des Imperial Valley, California.
Imperial Valley (cultivated run-off) (AT/DE 2018, 14 min)
Imperial Irrigation (AT/DE 2020, 20 min)
Valley Pride (AT/DE 2023, 15 min)
Circular Inscription (AT/DE 2016, 7 min)
Ein scheinbar fahrerloses Auto schreibt seine Reifenspuren spiralförmig auf den Grund des El Mirage Dry Lake ein. Assoziationen an Robert Smithsons Spiral Jetty.
Marine Target (AT/DE 2022, 9 min)
Filmische Vermessung einer verlassenen Plattform im Salton Sea. 1944/45 hatte die US-Navy hier die ideale Höhe einer Atombombenexplosion erforscht.
Publikumsgespräch mit dem Regisseur nach den Programmen.
Gestaltung & Moderation: Lotte Schreiber
Filmstill aus: Circular Inscription (AT/DE 2026, 7 min)